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Sich der Angst in kleinen Schritten selbst aussetzen

Belegt, unter Bedingungenbelegt für soziale Angst und Panikstörung, und deutlich besser mit Anleitung als ohne

Der Effekt zeigt sich, aber nur in bestimmter Form, Dosis oder Situation. Die Bedingungen stehen im Eintrag.

In Selbsthilfeform untersucht. Bei den meisten Maßnahmen wird von begleiteten Settings auf die Selbstanwendung geschlossen. Hier wurde die Selbstanwendung selbst geprüft. Das ist ein echter Unterschied in der Aussagekraft.

Was die Studienlage zeigt

Eine systematische Übersicht über 31 randomisierte Studien fand für Selbsthilfe bei Angststörungen gegenüber Wartelisten eine Effektstärke von 0,84. Im direkten Vergleich mit therapeutisch begleiteter Behandlung schnitt Selbsthilfe schlechter ab (Effektstärke 0,34 zugunsten der Begleitung). Am deutlichsten wirksam war sie bei sozialer Phobie und Panikstörung. Zwei Faktoren verbesserten das Ergebnis messbar: eine Begleitung, und die Darbietung über Multimedia oder Web statt auf Papier.

Und was sie einschränkt

Konfrontation ist der Bestandteil, den fast alle wirksamen Angstbehandlungen teilen, und trotzdem gibt es für die entscheidende Frage kaum saubere Daten: In einer Übersicht über 64 Arbeiten zu jungen Menschen fand sich keine einzige randomisierte Studie, die Exposition ISOLIERT bei einer DSM-5-Angststörung geprüft hat. Sie wurde fast immer zusammen mit anderen Techniken gegeben. Was hier also belegt ist, ist das Paket, nicht die einzelne Zutat.

Worauf es dabei ankommt

Der Mechanismus ist nicht, die Angst wegzumachen, sondern eine neue Erfahrung zu machen: Die befürchtete Katastrophe tritt nicht ein, und die Angst geht auch ohne Flucht von selbst zurück. Deshalb ist zu frühes Beenden einer Übung nicht neutral, sondern arbeitet gegen den Effekt.

Für wen eher nicht

Nicht im Alleingang bei Panikattacken mit unklaren körperlichen Symptomen, solange nicht ärztlich geklärt ist, was dahintersteckt. Nicht bei Ängsten nach einem Trauma: dort ist Konfrontation ohne Begleitung ein anderes Kapitel und kann schaden.

Was es nicht ersetzt

Kein Ersatz für eine Behandlung, wenn die Angst den Alltag bereits einschränkt. Die Daten sagen ausdrücklich, dass Begleitung besser wirkt.

Vorher klären

Wenn nach mehreren Wochen nichts leichter wird oder die Vermeidung zunimmt, ist das kein Grund für mehr Disziplin, sondern für Begleitung. Wenn die Angst mit Gedanken einhergeht, nicht mehr leben zu wollen: Telefonseelsorge 0800 1110111, rund um die Uhr und kostenfrei. Bei akuter Gefahr 112.

Quellen

Jede Quelle wurde vor der Veröffentlichung von einem Psychologen geprüft.

  1. 1. Lewis C. et al. (2012). Efficacy, cost-effectiveness and acceptability of self-help interventions for anxiety disorders: systematic review. British Journal of PsychiatrySystematische Übersicht · 31 randomisierte Studien
  2. 2. Teunisse A. et al. (2022). A scoping review investigating the use of exposure for the treatment and targeted prevention of anxiety and related disorders in young people. JCPP AdvancesSystematische Übersicht · 64 eingeschlossene Arbeiten

Selbsthilfe ersetzt keine Behandlung und keine Diagnose. Was hier steht, ist keine Empfehlung für deinen Fall, sondern eine Zusammenfassung von Forschung.

Wenn es akut ist: Telefonseelsorge 0800 111 0 111, rund um die Uhr und kostenfrei. In Lebensgefahr die 112.