Eine Notiz von Ruslan, Gründer

Ruslan Spartakov
Psychologe & Gründer von Metanovia
BDP-MitgliedWie Metanovia entstanden ist
Ich habe viele Sitzungen bei großen Online-Anbietern gearbeitet. Das hat mir gezeigt, was gut funktioniert: niedrigschwelliger Zugang, flexible Termine, Entlastung für Menschen, die sonst monatelang auf einen Therapieplatz warten würden. In Deutschland sind das im Schnitt rund 20 Wochen vom Erstgespräch bis zum Behandlungsbeginn, bei einem Teil der Betroffenen sogar länger als ein Jahr. Für jemanden in einer Krise ist das keine Wartezeit mehr, das ist eine Lücke, in die Menschen fallen.
Gleichzeitig habe ich Sitzung für Sitzung gemerkt, was mir fehlt: Werkzeuge, die wirklich für psychologische Arbeit gemacht sind. Einstellungen, die ich als Psychologe brauche: Nachrichten ein- oder ausschalten, Erstgespräche flexibel gestalten, Abwesenheiten blocken, meine Verfügbarkeit frei steuern. Und eine Vergütung, die der Verantwortung und dem Können, das in dieser Arbeit steckt, gerecht wird.
Der Versuch, es selbst zu lösen
Irgendwann wollte ich meinen eigenen Weg gehen und habe angefangen, eine Webseite für meine freiberufliche Arbeit aufzubauen. Was dann kam, hätte ich so nicht erwartet: Ich habe Wochen damit verbracht, herauszufinden, welche Tools DSGVO-konform sind und welche nicht. Mein erster Versuch war Zoom über Wix, das stellte sich als problematisch heraus. Die nächste Lösung war zwar HIPAA-konform, aber komplett auf Ärzte zugeschnitten und für meine Arbeit ungeeignet. Buchung, Zahlungsabwicklung und Kommunikation in eine Webseite zu integrieren, war ein endloser Kraftakt und blieb unflexibel.
Dazu kam das Thema KI. Ich war fasziniert davon, was heute möglich ist, um Sitzungsvor- und -nachbereitung, Dokumentation und Interventionen zu unterstützen. Forschung bestätigt das: KI-gestützte Dokumentation kann den administrativen Aufwand erheblich reduzieren. Aber ich wollte diese Möglichkeiten nicht auf Kosten von Datenschutz oder Berufsethik nutzen. Und ich wollte nicht jedes Mal selbst recherchieren müssen, ob ein Tool rechtlich sauber ist.
Die beiden Seiten, die zusammengehören
Während all das lief, begleitete ich Klient:innen, die sich die psychologische Begleitung irgendwann nicht mehr leisten konnten. Gleichzeitig erlebte ich bei anderen Anbietern, wie unfair die Vergütung für Psycholog:innen ist, gemessen an Verantwortung, Ausbildung und der Tiefe der Arbeit.
Daraus wurde für mich eine einzige Frage: Wie baut man etwas, das beides besser macht? Günstiger für Menschen, die sich professionelle psychologische Begleitung sonst nicht leisten können, und gleichzeitig fairer für die Psycholog:innen, die diese Arbeit tragen. Nicht das eine gegen das andere, sondern beides zusammen.
Was Metanovia sein will
Metanovia ist der Versuch, diese Fragen zu beantworten. Eine Online-Praxis-Software, die sich um die ganze Verwaltung kümmert, damit Psycholog:innen ihre Energie dort investieren können, wo sie hingehört: in die Arbeit mit ihren Klient:innen.
Eine Software, in der Nova so eingebettet ist, dass sie entlastet, ohne die therapeutische Beziehung zu ersetzen. Transkription, automatische Sitzungszusammenfassungen, Interventionsvorschläge, alles DSGVO-konform, mit voller Kontrolle über Datenschutzeinstellungen und der Möglichkeit, Nova-Funktionen individuell zu aktivieren oder abzuschalten.
Und eine Vergütung für Psycholog:innen, die ihre Arbeit ernst nimmt.
Das Ziel dahinter
Wartelisten in Praxen sollen kürzer werden. Menschen in Krisen sollen nicht Monate auf Hilfe warten müssen. Und Psycholog:innen sollen ihren Beruf so ausüben können, wie sie es sich beim Studium vorgestellt haben: frei, konzentriert auf das Wesentliche, fair bezahlt.
Das ist kein perfekter Plan, und Metanovia wird sich weiterentwickeln. Aber der Ausgangspunkt ist klar: Ich habe das hier gebaut, weil ich es als Psychologe selbst gebraucht hätte. Und weil zu viele Menschen zu lange auf Unterstützung warten, die es längst geben könnte.
Ruslan Spartakov, Gründer von Metanovia
Bereit, Teil davon zu werden?
